Heute, Samstag den 10. April 2010, war Robert Misik in St. Pölten im SPÖ Niederösterreich Haus zu Gast, um an einer Diskussionsveranstaltung im Rahmen der „Denkfabrik" unter dem Titel: „Diktatur des Kapitals oder soziale Demokratie?" teilzunehmen.
Über 50 Jugendliche darunter auch 10 aus dem Bezirk Amstetten waren gekommen um dem Referat Robert Misiks zu lauschen und sich an der anschließenden Diskussion zu beteiligen und einzubringen. Misik betonte in seinen Ausführungen, dass der freie Markt, nicht wie von vielen neoliberalen BefürworterInnen behauptet wird, für Chancengleichheit und Ausgewogenheit sorgt. Misik unterstrich vielmehr, dass Großkonzerne und Multis Einfluss auf die Politik nehmen und Gesetze und Regelungen in ihrem Sinne durchsetzen. In der neoliberalen Doktrin wird zudem der Staat permanent schlecht geredet und es wird versucht ihn aus der Wirtschaft zurückzudrängen. In Krisenzeiten sieht das ganze anders aus - wenn Banken kollabieren kommt der Staat auch neoliberalen VordenkerInnen gerade recht um das Schlimmste zu verhindern.
Robert Misik sprach sich am Ende seines Referates für ein Modell der sozialen Demokratie aus. Dafür notwendig ist eine gerechtere Verteilung des Vermögens die nicht nur den Menschen zugute kommt sondern auch ökonomisch sinnvoll und funktional ist. Zudem sprach sich Misik auch für die Regulierung der freien Marktwirtschaft aus, da dies der einzige Garant für ökonomische Stabilität sei.
Weiters verwies Misik auch darauf, dass sich die Demokratie in einer, für viele nur schwer erfassbaren, Krise befindet. Immer mehr und mehr Menschen wenden sich von ihr ab und gehen nicht mehr wählen oder wählen Protestparteien weil sie von den Großparteien enttäuscht sind. Misik sprach sich aus diesem Grund dafür aus, dass die etablierte Politik die Demokratie wieder verstärkt zu einer Mitmach-Demokratie verwandeln müsse. Unter anderem schlug er dazu vor, partizipatorische Elemente im politischen Geschehen zu stärken.
