SJ Amstetten beim IUSY World Festival am Attersee!
Gedenken an Opfer der norwegischen SJ-Schwesterorganisation stand im Mittelpunkt – Politische Forderung: „Tax the Rich!“
Eine Woche voller spannender Diskussionen und internationalem Austausch erlebten die AktivistInnen der Sozialistischen Jugend Bezirk Amstetten am IUSY (International Union of Socialist Youth) World Festival, das von 25. bis 31. Juli im oberösterreichischen Weißenbach/Attersee über die Bühne ging. Zum dritten Mal seit dem ersten internationalen Jugendtreffen in Wien (1929) und dem letzten großen IUSY-Event 1981 findet das IUSY World Festival damit heuer in Österreich statt. 3.000 Jugendliche aus über 100 Ländern trafen zusammen, um ein starkes Zeichen zu setzen für internationale Solidarität. Das schreckliche Attentat eines Rechtsextremen auf die norwegische Schwesterorganisation AUF, überschattete das Festival und führte dazu, dass anstelle der Eröffnungszeremonie eine Gedenkveranstaltung stattfand, an der auch Bundeskanzler Werner Faymann teilnahm. Auch eine Konferenz mit Faymann, dem Vorsitzenden der SPD, Sigmar Gabriel, sowie dem Chef der schwedischen SAP, Håkan Juholt, stand im Zeichen des Gedenkens.
Besonders zentral war auch die Forderung nach internationaler Schaffung höherer Vermögensabgaben und der Finanztransaktionssteuer. „Eine explodierende Jugendarbeitslosigkeit und schlechtere Arbeitsverhältnisse, die für immer schlechtere Zukunftsperspektiven der Jugendlichen sorgen, sind die Überbleibsel der Finanz- und Wirtschaftskrise. Wir haben es satt, dass wir Jugendliche eine Krise auslöffeln dürfen, für die wir nichts können“, erklärt SJ-Vorsitzender Mirza Buljubasic. „Mehr denn je ist die Welt in arm und reich geteilt. Wir müssen uns von diesem System befreien, das einige wenige reich und die Massen arm macht. Unser Kampf gegen diese Tendenzen muss bei den sozialen und ökonomischen Ungleichheiten ansetzen, der öffentliche Bereich muss gestärkt werden anstatt öffentliche Güter zu privatisieren. Die Ungerechtigkeiten in der Welt müssen global bekämpft werden und unsere Losung für die Umverteilung des globalen Reichtums ist: Die Krise soll von denen bezahlt werden, die sie verursacht haben! Tax the rich, Reiche besteuern!"
Als Gäste aus dem In- und Ausland geladen waren weiters die Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer, die US-Soziologin Saskia Sassen oder der philippinische Globalisierungskritiker Walden Bello. Der 100. Geburtstag Bruno Kreiskys, der auch als Veranstalter des Jugendtreffens 1929 fungierte, wurde im Rahmen des IUSY World Festival eindrücklich gewürdigt. So diskutierten etwa der unter Kreisky als Außenminister tätige Peter Jankowitsch, die Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina und Hannes Androsch oder der Historiker Oliver Rathkolb über die Errungenschaften Kreiskys. Abseits der politischen Workshops und Konferenzen wurde den TeilnehmerInnen aber auch ein dicht gesätes Sport- und Kulturprogramm geboten – vom Streetsoccer über Konzertveranstaltungen bis hin zum „Entenrennen“. „Beim IUSY World Festival waren Jugendliche aus allen Teilen der Welt versammelt. Kleinkariertes Denken und Nationalismus hat hier keinen Platz. Das internationalistische Selbstverständnis unterscheidet die SJ von anderen Jugendorganisationen“, fasst Mirza Buljubasic abschließend zusammen.

Bild v.l.n.r: Sebastian Schuller, Sandra Wagner, Paul Ameli, Alina Bittner, SJNÖ Vorsitzender Andreas Beer, SJNÖ Sekretär Jakob Winter, Philipp Burian, SJ Bezirk Amstetten Vorsitzender GR Mirza Buljubasic, Jutta Schmitzberger, Wolfgang Wagner
